Den EU AI Act umsetzen: vom Gesetzestext zur operativen Kontrolle.
Wenn Ihre KI-Systeme den EU-Markt erreichen — oder ihre Ergebnisse in der EU genutzt werden — kann der EU AI Act für Ihr Schweizer Unternehmen gelten, unabhängig vom Sitz. Compliance beruht dann auf dokumentierter Governance, überprüfbaren Ergebnissen und Nachweisen über den gesamten KI-Lebenszyklus — nicht auf ethischen Leitlinien allein.
Ein risikobasiertes Regime mit Pflichten, die von Ihrer Rolle abhängen
Extraterritoriale Reichweite
Der AI Act kann Organisationen ausserhalb der EU erfassen — auch international tätige Schweizer Unternehmen —, wenn ein KI-System auf dem EU-Markt bereitgestellt wird oder seine Ergebnisse in der Union verwendet werden. Ob er greift, hängt von Ihrer Rolle (Anbieter oder Betreiber) und vom konkreten Fall ab.
Gestaffelte Fristen
Pflichten für GPAI-Modelle gelten seit 2. August 2025; die zentralen Hochrisiko-Anforderungen (Anhang III) ab 2. August 2026; Hochrisiko-Systeme, die Sicherheitsbauteile regulierter Produkte sind (etwa Medizinprodukte), ab 2. August 2027.
Technische Pflichten
Je nach Systemkategorie und Rolle verlangt der AI Act Massnahmen wie technische Dokumentation, Aufzeichnungen, Transparenz, menschliche Aufsicht, Bewertung und Überwachung. GPAI-Modellanbieter sowie Anbieter bzw. Betreiber von Hochrisiko-Systemen tragen unterschiedliche Pflichten.
Drei Säulen für AI-Act-Compliance und Lebenszyklus-Kontrolle
Risikoklassen & Scope-Einordnung
Der AI Act folgt einem risikobasierten Ansatz — verbotene Praktiken, Hochrisiko und Transparenzfälle. Wir ordnen präzise ein, wo Ihre Systeme stehen und welche Dokumentations- und Governance-Pflichten für Ihre Rolle folgen.
Empirische Ergebnisprüfung
RAG-Systeme und LLMs zeigen in unabhängigen Studien weiterhin beachtliche Halluzinationsraten. Wir setzen auf mehrschichtige Kontrollen — Grounding, Ergebnisverifikation, Nachvollziehbarkeit und laufende Überwachung — statt auf einlagige Absicherung.
Lieferanten-Due-Diligence & Steuerung
Wir unterstützen Betreiber dabei, verfügbare Anbieterdokumentation zu prüfen, dem System angemessene Vorab-Prüfungen zu definieren und eine Aufsicht und Überwachung einzurichten, die zu Systemkategorie und Rolle passt.
Ein Prinzip, das sich nicht prüfen lässt, ist keine Kontrolle
Responsible-AI-Prinzipien halten einer Prüfung nur stand, wenn jedes an eine konkrete technische Kontrolle und den von ihr erzeugten Nachweis gebunden ist. Genau diese Verbindung bauen und dokumentieren wir.
Transparenz
System-Logging und Hinweise für Nutzende dort, wo sie mit der KI interagieren.
Nachvollziehbarer Verlauf, was das System wann und auf welche Eingaben getan hat.
Menschliche Aufsicht
Definierte Eingriffspunkte und ein Eskalationspfad für strittige Ergebnisse.
Aufsichtsnachweise, wer was geprüft und welche Entscheidungen getroffen wurden.
Robustheit & Genauigkeit
Ergebnisverifikation (Grounding) und laufende Überwachung im Betrieb.
Testergebnisse und Drift-Berichte über die Zeit, kein einmaliges Abzeichnen.
AI-Governance- & AI-Act-Readiness-Assessment
Eine strukturierte Prüfung Ihrer KI-Initiativen, Systemarchitekturen und Governance-Lücken. Sie erhalten ein Executive-Scorecard, eine priorisierte Roadmap und überprüfbare technische Baselines über den KI-Lebenszyklus. Die Dauer ist ein Richtwert und hängt von der Zahl der Systeme im Scope ab.
- Regulatorische Gap-Analyse: aktuelle KI-Einsätze abgeglichen mit den Pflichten des EU AI Act (Scope, Hochrisiko, GPAI).
- AI-TRiSM-Stresstest: Quellentreue, Halluzinationsrisiken und Sicherheits-Guardrails.
- Governance-Dossier: Risikoregister und konkrete Massnahmen für Anbieter- und Betreiberpflichten.
Hinweis: Diese Leistung bietet technische Bewertung und Governance-Strukturierung. Sie ist keine Rechtsberatung und keine offizielle Konformitätsbewertung.
Häufig gefragt
Bietet diese Leistung eine rechtliche Zertifizierung für den EU AI Act?
Nein. Ich biete praktische Governance-Unterstützung, technische Architektur-Reviews und Ergebnis-Audits. Das ist etwas anderes als eine formelle Rechtsberatung oder eine offizielle Konformitätsbewertung.
Wie gilt der EU AI Act für Unternehmen mit Sitz in der Schweiz?
Der AI Act kann für international tätige Schweizer Unternehmen gelten. Wenn Sie ein KI-System auf dem EU-Markt bereitstellen oder seine Ergebnisse in der EU genutzt werden, können seine Bestimmungen greifen, auch wenn Ihr Sitz in der Schweiz ist. Die konkreten Pflichten hängen von Ihrer Rolle und vom System ab.
Welche Fristen müssen wir im Blick behalten?
Verbote und Pflichten zur KI-Kompetenz gelten bereits (seit Februar 2025). Pflichten für GPAI-Modelle gelten seit 2. August 2025. Die zentralen Hochrisiko-Anforderungen (Anhang III) gelten ab 2. August 2026, Hochrisiko-Systeme in regulierten Produkten ab 2. August 2027.
Wie werden Governance-Prinzipien zu technischen Kontrollen?
Governance-Prinzipien brauchen operative Kontrollen, um prüfbar und belegbar zu werden. Wir übersetzen jedes Prinzip in eine konkrete Kontrolle mit eigenem Nachweis — Transparenz in Logging und Hinweise, menschliche Aufsicht in definierte Eingriffspunkte, Robustheit in Ergebnisverifikation und Überwachung.
Fristen und Anwendungsbereich beziehen sich auf die Verordnung (EU) 2024/1689 (AI Act) und die von der Europäischen Kommission veröffentlichte Anwendungs-Zeitleiste. Diese Seite ist allgemeine Information, keine fallbezogene Rechtsberatung. Offizielle Übersicht: digital-strategy.ec.europa.eu — Regulatory framework for AI.
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